Die Hand ist wie eine göttliche Kraft

Ich liebe diesen Satz. Die Hand ist wie eine göttliche Kraft. ... Starke Aussage, aber was bedeutet sie?! Ich habe ein paar Jahre mit diesem Satz - gehört bei Richard Hinrichs - im Hinterkopf verbracht. Langsam ist mir seine Bedeutung Stück für Stück bewusst geworden. 

 

Beobachten und lernen

Im Laufe der Jahre habe ich bei jeder sich bietenden Gelegenheit gute Reiterhände beobachtet und das haben sie gemeinsam:  


Die gute Hand weist nachvollziehbar den Weg, sie gibt Informationen darüber, wie etwas zu sein hat, nicht wie etwas nicht zu sein hat. Die gute Hand wird vor dem Körper getragen und wirkt vorwärts, nicht rückwärts. Sie kennt keine Kompromisse.

 

Ein guter Sitz bedingt eine gute Hand - aber auch umgekehrt, der Wunsch nach einer guten Hand kann den Sitz positiv beeinflussen! 

 

Die wichtigsten Fehler und ihre Korrektur

Die verdeckte Hand

"Reiten Sie doch nicht, wie ein Dackel, der Männchen macht!" - in dieser Extremform sieht man die sogenannte verdeckte Hand nicht oft. Aber häufig sind die Ellbögen abgespreizt und obwohl der/die Reiter*in scheinbar die Fäuste aufgestellt hat und die Handgelenke gerade hält, sieht man auf Fotos seltsam verbogene Unterarme. 

 

Abgespreizter Ellbogen

Die Ellbögen werden deshalb abgespreizt, weil der/die Reiter*in noch nicht in der Lage ist, im unteren Rücken ausreichend nachzugeben, um korrekt der Pferdebewegung folgen zu können. Das Abspreizen der Ellbögen ermöglicht es, die Pferdebewegung weiter oben im Rücken, verteilt auf eine größere Fläche zu kompensieren.

Angelegt & aufgestellt

Ellbögen anlegen stabilisiert den Oberkörper.

 

Aber auch wenn der Reiter die Ellbögen am Körper hat, kann es sein dass die Hände noch nicht ganz aufgestellt sind. Für diesen Fall kann man die Kleinen Finger einander annähern lassen, bis die aufrechte Handhaltung zur Gewohnheit geworden ist. 


Die geöffnete Hand

Wenn ein/e Reiter*in die Hände mehr oder weniger offen trägt, dann vor allem in dem Wunsch, weich zu sein. Der Sitz ist noch nicht so geschmeidig oder der/die Reiter*in bekommt das Pferd nicht so geschmeidig, dass es ihn/sie sitzen lassen würde. Dann sind die Hände geöffnet, um Spielraum für die viele Bewegung zu schaffen.

 

Ziel ist die geschlossene Faust, die Fingerspitzen berühren leicht die Handballen. Diese Hand kann bei Bedarf weicher oder fest werden. 

Die geschlossene Hand

Schließt die Reiterin ihre Fäuste, gibt sie umgekehrt ihrem Körper das Signal, dass ihr Sitz sich bitte anzupassen hat! Und das Pferd gleich dazu, damit sie ihre Faust geschlossen lassen kann, wie es sein soll! 

 

So wirkt der Wunsch nach einer guten Hand auf den Sitz und die Hilfengebung zurück.

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